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Zielsetzungen des DJB-Prüfungsprogramms für Kyu-Grade Drucken E-Mail

Eine Prüfung kann nur in Ausschnitten nachweisen, was während einer vorangegangenen Ausbildung geleistet und vermittelt worden ist. Die Judoausbildung umfasst weit mehr als das, was während einer Prüfung gezeigt werden kann. Wollen wir Judo ganzheitlich vermitteln, dann müssen wir in unserer Judo-Ausbildung

  • motorische Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln
    durch konditionelles und koordinatives Training,
  • kämpferische und geistige Fähigkeiten entwickeln
    durch technisches, taktisches und situatives Training,
  • kognitive Fähigkeiten entwickeln
    durch aktive, bewusste Beteiligung der Übenden am Trainingsprozess
  • ästhetische, soziale und ethische Einstellungen entwickeln
    durch Lernen am Modell, partnerschaftliche Übungsformen sowie die Einführung, Begründung und Durchsetzung von Regeln und Verhaltensvorschriften.

Eine ganzheitliche Judoausbildung geschieht in einer „komplexen Erziehungssituation“ durch körperliches Judotraining und Belehrungen gleichermaßen. Im Gegensatz zu anderen Sportarten sind diese im Judo nicht nur sprachlich (z.B. durch das Ansprechen gewünschter sozialer, moralischer und ethischer Verhaltensweisen auf der Matte durch fortgeschrittene Übungspartner oder den Übungsleiter, oder auch durch immer wieder geduldig ausgeführte Hinweise auf die Höflichkeits-, Hygiene- und Verhaltensregeln im Dojo und auf der Matte), sondern finden durch Auseinandersetzung mit und Lernen am Lehrermodell statt.

Erziehung geschieht vor allem während des gemeinsamen Übens im Dojo durch miteinander Üben, miteinander Sprechen und die gemeinsame Arbeit an der Sache sowie durch das lebendige Beispiel des Übungsleiters. Ein „wirklicher“ Judolehrer (Übungsleiter) hat dabei eine große Verantwortung, die auch über den Bereich des Dojo8 hinaus geht.

Quelle: Auszug "DJB-Prüfungsprogramm"